Thomas Raitzsch Rechtsanwalt
Erbenermittlung
Erbenermittlung: So stellen Sie eine rechtmäßige Verteilung des Nachlasses sicher
Im Zuge der Erbenermittlung werden alle berechtigten Erben, wenn diese nicht eindeutig benannt sind, festgestellt. Auf diese Weise soll die Grundlage für eine korrekte Verteilung des Nachlasses geschaffen werden. Zu den Aufgaben eines Anwalts für Erbrecht gehört es hier unter anderem, sicherzustellen, dass keine Ansprüche übersehen werden.
Welche Aufgabenbereiche umfasst eine Erbenermittlung?
Eine Erbenermittlung setzt sich aus verschiedenen Aufgabenbereichen zusammen und kann mehr oder weniger aufwendig werden. Vor allem eine große Anzahl an Erben kann zu Verzögerungen führen.
Feststellung der Erbfolge
Im ersten Schritt wird geprüft, ob ein Testament oder ein Erbvertrag existiert und falls ja, welche Vorgaben hierin enthalten sind. Wenn keine Dokumente dieser Art existieren, muss die gesetzliche Erbfolge ermittelt werden.
Die Recherche nach potenziellen Erben
Nun werden potenzielle Erben auf der Basis der familiären Verhältnisse identifiziert. Wichtig ist es, hierbei auch entfernte Verwandte zu berücksichtigen, wenn die Möglichkeit besteht, dass diese erbberechtigt sein könnten.
Das Beschaffen und Auswerten von Urkunden
Um die Erben zu ermitteln, werden einschlägige Dokumente, wie zum Beispiel Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunden wichtig. Die dienen als Nachweis der Verwandtschaftsverhältnisse.
Die Klärung des Verwandtschaftsgrades
Vor allem im Zusammenhang mit eher komplexen Familienstrukturen kann es erforderlich sein, die familiären Zusammenhänge genau zu prüfen, um die Erbfolge rechtssicher feststellen zu können.
Die Kontaktaufnahme mit den ermittelten Erben
Wenn potenzielle Erben gefunden wurden, werden diese über ihre mögliche Erbbeteiligung informiert. Gleichzeitig wird ermittelt, ob die betreffenden Personen das Erbe grundsätzlich annehmen möchten.
Eine Unterstützung im Zusammenhang mit der rechtlichen Abwicklung
Zur Erbenermittlung gehört oft unter anderem auch die Begleitung bei rechtlichen Schritten, zum Beispiel rund um Erbscheinanträge oder die Abwicklung des Nachlasses.
Erbenermittlung
Die Erbenermittlung gehört zu den Standards der Nachlassabwicklung… zumindest, wenn nicht (zum Beispiel auf der Grundlage eines Testaments) feststeht, wer als Erbe infrage kommt. Ziel besagter Erbenermittlung ist es, alle erbberechtigten Personen zu finden und so die Basis für eine rechtssichere Erbfolge zu schaffen.
Hierbei gilt: Ohne eine abgeschlossene Erbenermittlung ist es nicht möglich, eine ordnungsgemäße Verwaltung bzw. Verteilung des Nachlasses sicherzustellen.
Auf der Suche nach der Antwort auf die Frage „Wem steht der Nachlass zu?“ wird geprüft, ob es ein Testament oder einen Erbvertrag gibt… und wenn ja: welche Personen begünstigt wurden. Wenn ein solches Dokument nicht vorliegt, greift die Erbfolge nach den gesetzlichen Vorgaben. Und genau diese machen es erforderlich, die familiären Verhältnisse zu überprüfen. Ziel ist es, auf diese Weise sicherzustellen, dass keine berechtigte Person übergangen wird. Zudem geht es darum, auch unberechtigte Ansprüche auszuschließen.
Kurz: Die Erbenermittlung schafft die Grundlage für alle weiteren Schritte der Nachlassregelung. Hierzu gehören unter anderem:
- die Verwaltung des Nachlasses
- das Begleichen eventueller Verbindlichkeiten
- die spätere Aufteilung des Vermögens.
“Eine umfassende Erbenermittlung schafft die Basis für eine geordnete Abwicklung des Nachlasses, kann aber auch zeitaufwendig werden. Aber erst, wenn feststeht, wer erbberechtigt ist, ist es möglich, eine rechtssichere Entscheidung zu treffen.“
Vor allem komplexe Familienverhältnisse und Familienmitglieder, zu denen vielleicht seit Jahrzehnten kein Kontakt mehr besteht, können das Ganze erschweren. Aber erst, wenn die Erbenermittlung komplett abgeschlossen wurde, kann der Nachlass rechtssicher abgewickelt werden.
Soforthilfe
Nach einem Todesfall ist nicht immer zu 100% klar, wer erbberechtigt ist. Und viele Erblasser begehen den Fehler, nicht vorzusorgen, da sie der Meinung sind, die gesetzliche Erbfolge decke sich mit ihrem Letzten Willen.
Die Praxis zeigt allerdings, dass unter anderem komplexe Familienverhältnisse, die vielleicht bisher noch nicht bekannt waren, zu Schwierigkeiten führen können. Unsere Fachanwälte für Erbrecht beraten Sie umfassend zum Thema Erbenermittlung, zeigen Ihnen aber auch gern auf, wie Sie von vornherein mit einem rechtskräftigen Testament oder einem Erbvertrag vorbeugen können.
Wann wird eine Erbenermittlung erforderlich?
Eine Erbenermittlung wird immer dann erforderlich, wenn nach dem Tod einer Person nicht eindeutig festgestellt werden kann, wer erbberechtigt ist. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn es kein Testament oder keinen Erbvertrag gibt oder wenn solche Dokumente zwar vorhanden sind, aber die enthaltenen Aussagen keine klaren Rückschlüsse zulassen.
Ein Faktor, der dafür sorgen kann, dass eine Erbenermittlung wahrscheinlich wird, sind zudem unklare Familienverhältnisse. So können unter anderem Kontaktabbrüche, die weit zurückliegen, nicht-eheliche Kinder aus früheren Beziehungen und Angehörige, die im Ausland leben, die Feststellung der gesetzlichen Erbfolge erschweren.
In einigen Fällen sorgen auch:
- grundsätzliche Zweifel an der Wirksamkeit eines Dokuments
- der Umstand, dass mehrere Testamente ohne Datumsangabe bestehen
- die notwendige Zuordnung von Vermögenswerten
- die Anordnung des Nachlassgerichts
dafür, dass es nötig wird, die rechtmäßigen Erben zu ermitteln.
“Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass der Bedarf an einer Erbenermittlung für die Angehörigen nicht immer direkt ersichtlich ist. Manchmal gehen alle Beteiligten von „absoluter Klarheit“ aus, müssen dann jedoch feststellen, dass rechtliche Lücken vorhanden sind.“
Fest steht: Erst wenn alle erbberechtigten Personen eindeutig ermittelt wurden, ist es möglich, weitere Schritte der Nachlassabwicklung einzuleiten.
So läuft eine Erbenermittlung ab
Eine professionelle Erbenermittlung basiert auf einem standardisierten und strukturierten Vorgehen. Über allem steht das Ziel, die richtige Erbfolge vollständig (und damit auch rechtssicher) zu klären, um den Nachlass im nächsten Schritt korrekt abwickeln zu können.
Das Prozedere gestaltet sich wie folgt:
- Zunächst wird überprüft, ob ein Letzter Wille, zum Beispiel in Form eines Testaments oder eines Erbvertrages, besteht. Dabei werden (falls vorhanden) die entsprechenden Unterlagen ausgewertet und es wird überprüft, ob diese mit den gesetzlichen Vorgaben übereinstimmen. Sollte sich zeigen, dass kein Letzter Wille vorhanden oder dieser unklar formuliert ist, greift die gesetzliche Erbfolge.
- In diesem Fall geht es nun darum, die familiären Verhältnisse des Erblassers zu erfassen. Wichtige Details, die in diesem Zusammenhang relevant werden, sind unter anderem Informationen zu Eltern, Kindern, Ehepartnern und anderen nahen Verwandten. Anhand der Daten wird dann überprüft, welche Personen grundsätzlich als Erben infrage kommen. Einschlägigen Quellen, wie zum Beispiel Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunden, kommt hier eine wichtige Bedeutung zu.
- Wenn potenzielle Erben identifiziert werden konnten, werden diese kontaktiert und darüber informiert, dass sie gegebenenfalls erbberechtigt sind. Sie müssen sich dann überlegen, ob sie das Erbe gegebenenfalls annehmen oder ausschlagen wollen.
- Nachdem alle potenziellen Erben kontaktiert wurden und sie ihre Entscheidung getroffen haben, gilt die Erbenermittlung als abgeschlossen.
“Erbenermittlung erfordert oft ein hohes Maß an Geduld. Oft zeigt sich, dass sich manche entscheidenden Hinweise erst nach und nach im Verlauf der Recherchen ergeben. Am Ende setzt sich das Puzzle zusammen.“
Über diesen strukturierten Ablauf soll sichergestellt werden, dass niemand auf seine berechtigten Ansprüche verzichten muss und einer Weiterbearbeitung des Nachlasses nichts im Wege steht.
Das Nachlassgericht
Das Nachlassgericht kümmert sich im Zuge der Erbenermittlung um die amtliche Abwicklung des Erbfalls. Es kommt zum Einsatz, wenn ein Todesfall bekannt wird und es darum geht, die erforderlichen Angelegenheiten rund um das Erbe zu regeln.
Typische Aufgaben, die in diesem Zusammenhang relevant werden, sind unter anderem das Eröffnen von Testamenten und Erbverträgen und das Aufbewahren der entsprechenden Dokumente.
Auch in Bezug auf die Erbenermittlung kommt dem Nachlassgericht eine wichtige Bedeutung zu. Seine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Erbfolge rechtlich geklärt wird. Wenn zum Beispiel Zweifel darüber bestehen, wer genau erbberechtigt ist, hat das Nachlassgericht die Möglichkeit, weitere Ermittlungen anzustoßen und Nachweise anzufordern.
Ergänzend hierzu ist das Nachlassgericht auch für die Erteilung von Erbscheinen verantwortlich. Diese Dokumente weisen die Erbenstellung ganz offiziell nach und gelten in der Regel als Voraussetzung dafür, dass eine Person über das vorhandene Nachlassvermögen verfügen darf. Daher versteht es sich von selbst, dass das Gericht, bevor es einen Erbschein erstellt, genau prüft, ob die Erbfolge vollständig und korrekt erfasst wurde.
“Das Nachlassgericht kommt meist in der frühen Phase der Nachlassregelung zum Einsatz. Seine Aufgabe ist es, Klarheit zu schaffen und sicherzustellen, dass nicht zu Unrecht über das Erbe verfügt wird.“
Wenn keine Erben bekannt sind (oder noch nicht klar ist, wer erben darf), trifft das Nachlassgericht Maßnahmen, die den Nachlass sichern. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Vermögenswerte eventuell verloren gehen und/ oder unberechtigt genutzt werden.
Professionelle Erbenermittler
Wenn die korrekte Erbfolge im Rahmen erster Prüfungen nicht herausgefunden werden kann, kommen in vielen Fällen professionelle Erbenermittler zum Einsatz. Ihre Expertise ist vor allem im Zusammenhang mit komplexen Familienverhältnissen, fehlenden Unterlagen und lange zurückliegenden Ereignissen, wie Trennungen oder Todesfällen, gefragt. Sie werden dann damit beauftragt, (noch) unbekannte Erben bzw. Erben, die schwer aufzufinden sind, zu ermitteln.
Hierzu setzen sie auf bestimmte Recherchemethoden, indem sie zum Beispiel nationale und internationale Archive, Register und Datenbanken nutzen. Je nachdem, wie komplex sich der Fall gestaltet, kann es sein, dass eine professionelle Erbenermittlung mal mehr und mal weniger Zeit in Anspruch nimmt.
Professionelle Erbenermittler werden nicht automatisch aktiv. In der Regel werden sie auf Antrag von Nachlassgerichten, Nachlasspflegern und Rechtsanwälten tätig. Wenn dann alle Daten vorliegen, werden diese bewertet. Um die weitere Abwicklung des Nachlasses kümmert sich dann das Gericht bzw. der zuständige Anwalt.
“Eine professionelle Erbenermittlung sorgt dafür, dass auch Ansprüche, die ansonsten schnell in Vergessenheit geraten würden, ermittelt werden. Ihre Aufgabe ist es, alle Details fair zu berücksichtigen. Auch dann, wenn es (zumindest im ersten Schritt) schwer wird, die familiären Spuren zu skizzieren.“
Die Zusammenarbeit mit professionellen Erbenermittlern bietet den Vorteil, dass diese bei ihrer Recherche rein objektiv vorgehen. Sie ermitteln unabhängig und stellen so sicher, dass keine Person, die erbberechtigt wäre, übersehen wird. Auf diese Weise kann in vielen Fällen verhindert werden, dass der Nachlass im Zweifel an den Staat fällt.
Herausforderungen bei der Erbenermittlung
Nicht jede Erbenermittlung verläuft reibungslos. Es gibt durchaus einige Herausforderungen, die die entsprechenden Prozesse sowohl in zeitlicher als auch in organisatorischer Hinsicht belasten können.
Besonders kompliziert gestaltet sich das Ganze, wenn die nötigen Unterlagen unvollständig sind oder komplett fehlen. So kann sich der komplette Prozess zum Beispiel aufgrund fehlender Personalstandurkunden mitunter deutlich verzögern.
Gleichzeitig stellen aber auch komplexe Familienverhältnisse eine Herausforderung dar. Das Herausfinden der korrekten Erbfolge kann zum Beispiel unter anderem durch:
- Patchwork-Familienverhältnisse
- mehrere Ehen
- uneheliche Kinder
- Kontaktabbrüche
erschwert werden und umfangreiche Recherchen nötig machen.
Zahlreiche Erbenermittler werden im Zuge ihrer Arbeit auch mit potenziellen Erben, die mittlerweile im Ausland leben, konfrontiert. Diese Verbindungen, die sich über mehrere Länder hinweg erstrecken können, sorgen ebenfalls dafür, dass eine sorgfältige Prüfung unerlässlich wird. Hierbei müssen dann zudem oft (je nach Land) unterschiedliche rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen beachtet werden. All diese Faktoren können den Aufwand bei der Erbenermittlung noch weiter erhöhen.
“Eine seriöse Erbenermittlung basiert auf Präzision und Geduld. Dies gilt sowohl bei scheinbar einfachen als auch bei komplizierten Fällen.“
Zu guter Letzt gibt es aber auch einen charakteristischen „Gegenspieler“, der die Erbenermittlung zu einem komplizierten Unterfangen machen kann: die Zeit. Die Recherchen werden meist umso schwieriger, wenn wichtige Ereignisse, die die Erbfolge verändern, weit in der Vergangenheit liegen. Gleichzeitig ist es vielen Beteiligten wichtig, in Bezug auf die korrekte Erbfolge möglichst schnell Klarheit zu haben.
Fest steht: Eine verlässliche Erbenermittlung braucht Geduld, den berühmten Blick auf die Details und ein strukturiertes Vorgehen.
Kosten
Wie hoch die Kosten, die im Zuge einer Erbenermittlung anfallen, sind, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Daher ist es nicht möglich, hier von standardisierten Werten zu sprechen.
Details, mit denen in Bezug auf die Kosten kalkuliert werden sollte, sind unter anderem:
- der Umfang der Ermittlungen
- die Komplexität der familiären Verhältnisse
- die Frage danach, ob „nur“ nationale oder auch internationale Verbindungen geklärt werden müssen.
Als „Grundregel“ gilt: Je aufwendiger die Recherche ausfällt, desto höher sind in der Regel auch die Kosten.
Wenn die Erbenermittlung im Zuge eines gerichtlichen Verfahrens durchgeführt wird, können auch Kosten für das Nachlassgericht (zum Beispiel für den Erbschein oder nötige Sicherungsmaßnahmen des Nachlasses) entstehen. Die Höhe dieser Kosten basiert auf gesetzlichen Vorgaben und ist meist vom Wert des Nachlasses abhängig.
Entscheiden sich die Beteiligten dazu, zusätzlich professionelle Erbenermittler einzuschalten, ist deren Vergütung meist erfolgsabhängig. Das bedeutet, dass die beauftragten Experten ihre Vergütung nur dann erhalten, wenn sie es tatsächlich schaffen, die rechtmäßigen Erben zu ermitteln, und diese das Erbe auch annehmen. Die Vergütung entspricht dann meist einem prozentualen Anteil des jeweiligen Erbteils.
Zudem gilt es, zu berücksichtigen, dass auch die anwaltliche Beratung, die im Zusammenhang mit der Erbenermittlung steht, Kosten verursacht. Die Basis hierfür bildet das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz bzw. eine individuelle Honorarvereinbarung.
“Eine Erbenermittlung verursacht zunächst Kosten, bringt allerdings auch Klarheit. Die Erfahrung zeigt, dass ungeklärte Erbverhältnisse oft langfristig mit höheren Aufwendungen verbunden sein können. Umso wichtiger ist es, nicht am falschen Ende zu sparen.“
Rechtliche Bedeutung
Der Erbenermittlung kommt eine besondere rechtliche Bedeutung im Rahmen der Nachlassverwaltung zu. Denn: Erst dann, wenn feststeht, wer erben darf, ist es möglich, die weiteren Schritte in Angriff zu nehmen.
Umgekehrt gilt: Solange Fragen offen sind, fehlt eine wichtige Basis, ohne die niemand dazu berechtigt ist, über den Nachlass zu verfügen. Ohne besagte Basis ist es nicht möglich, Verkäufe oder Auszahlungen vorzunehmen und/ oder das Vermögen aufzuteilen.
Die Klarheit, die aus einer umfangreichen Erbenermittlung hervorgeht, wird auch in Bezug auf mögliche spätere Anfechtungen oder Haftungsfragen relevant. Wenn Erben übergangen (oder falsch ermittelt) werden, sind oft rechtliche Auseinandersetzungen die Folge. Hier kann es dann sein, dass die Maßnahmen, die auf der Annahme falscher Tatsachen getroffen wurden, unwirksam sind.
Abgesehen davon kommt der Erbenermittlung allein schon deswegen eine hohe Bedeutung zu, weil sie nötig wird, um weitere formale Schritte auszuführen. Zum Beispiel kann ein Erbschein nur dann ausgestellt werden, wenn die Erbfolge umfassend nachgewiesen wurde. Dasselbe gilt unter anderem für die Verwaltung des Nachlasses, das Begleichen von Verbindlichkeiten und die Erfüllung steuerlicher Pflichten, die mit dem Erbe in Verbindung stehen.
“Wenn die Erbfolge nicht geklärt ist, gibt es keine rechtliche Grundlage für weitere Maßnahmen, die den Nachlass betreffen.“
Am Ende dient die Erbenermittlung auch dem Schutz des Nachlasses selbst. Sie stellt sicher, dass alle gesetzlichen und testamentarischen Vorgaben berücksichtigt werden können.
Blick auf die Details und ein strukturiertes Vorgehen.
Warum lohnt es sich, eine Erbenermittlung in Auftrag zu geben?
Die Frage „Wer gehört eigentlich zu unserer Familie?“ wird im Kontext einer Erbenermittlung aktueller denn je. Erben (zumindest im ersten Schritt) nicht zu berücksichtigen, muss keine böse Absicht sein, kann jedoch weitreichende Folgen haben. Daher ist es umso wichtiger, von vornherein vorzusorgen.
Nur wenn alle potenziellen Erben bekannt sind, ist es möglich, einen Nachlass fair aufzuteilen.
Bei der Aufteilung eines Nachlasses dürfen nicht nur die Verwandten, die bekannt sind, berücksichtigt werden. Die Einsicht in nationale und internationale Register hilft dabei, alle potenziellen Erben ausfindig zu machen.
Einzelne Erben auszuschließen, kann mitunter höhere Kosten und nachträgliche Forderungen mit sich bringen. Mit einer Erbenermittlung lässt sich Belastungen wie diesen vorbeugen.
Die Klarheit, die die Erbenermittlung mit sich bringt, hilft dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und Kosten und Erträge individuell besser einschätzen zu können.
Unserer Werte
Als Anwaltskanzlei für Erbrecht basiert unsere Arbeit auf fachlichem Know-how, einer persönlichen Beratung und einem umfassenden Weitblick. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Interessen unserer Mandanten mit Engagement und Transparenz zu vertreten, und stehen Ihnen in Bezug auf das (durchaus manchmal herausfordernde) Thema Nachlassregelung zur Seite.
Eine offene und ehrliche Kommunikation hilft uns dabei, Ihre Interessen zu vertreten
Bei uns erwartet Sie fundiertes Fachwissen und langjährige Erfahrung rund um das Erbrecht. Unsere Beratung basiert auf den aktuellen Gesetzen und bietet Ihnen das gute Gefühl einer umfassenden Betreuung.
Auf der Basis einer strukturierten Arbeitsweise halten wir Ihnen, auch im Zusammenhang mit komplexeren Nachlassregelungen, den Rücken frei.
Jede Nachlassregelung ist anders und zeichnet sich durch individuelle Details aus. Wir nehmen uns die Zeit, die es braucht, um Ihre Rechte zu vertreten.
Ein Fallbeispiel aus der Praxis
Nach dem Tod von Herrn F. war zunächst komplett unklar, wer als Erbe(n) in Betracht kam. Er hatte kein Testament geschrieben und lebte zuletzt allein. Es gab keine bekannten Angehörigen und auch beim Nachlassgericht deutete zunächst nichts auf nahe Verwandte hin. Sein Nachlass bestand aus einer Eigentumswohnung und Guthaben auf einem Bankkonto.
Nun leitete das Nachlassgericht die Erbenermittlung ein. Hierbei wurden Unterlagen gesichtet und die gesetzlichen Erbfolgeregelungen geprüft. Es zeigte sich, dass es familiäre Kontakte gab, zu denen seit Jahrzehnten keine Verbindung mehr bestand.
Nach der Auswertung von Personalstandsregistern konnten entfernte Verwandte, die im Ausland lebten, identifiziert werden. Nachdem die Erbfolge geklärt war, konnte der Erbschein erteilt und der Nachlass abgewickelt werden.
Hierin wird klar festgelegt, dass ihre Tochter den Betrieb übernimmt und sich gleichzeitig dazu verpflichtet, bestimmte Ausgleichszahlungen an ihren Bruder zu leisten. Außerdem erklären beide Kinder einen Pflichtteilsverzicht, über den spätere finanzielle Belastungen für das Unternehmen vermieden werden sollen.
Auch wenn sich Jahre später die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen veränderten, schaffte es das Unternehmen durch herausfordernde Zeiten. So erwiesen sich die Regelungen, die über den Erbvertrag fixiert wurden, als tragfähig. Nach dem Tod von Frau L. konnte das Abwickeln des Nachlasses unkompliziert realisiert werden.
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Häufig gestellte Fragen
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Was passiert bei einer Erbenermittlung?
Im Rahmen einer Erbenermittlung werden alle berechtigten Erben eines Nachlasses festgestellt. Ein solches Vorgehen wird immer dann aktuell, wenn keine oder unvollständige Angaben zu Erben vorliegen. Ziel ist es, die gesetzliche (oder testamentarische) Erbfolge bis ins Detail zu klären und eine rechtmäßige Nachlassverteilung sicherzustellen.
Was kann dazu führen, dass eine Erbenermittlung nötig wird?
Erbenermittlungen werden nötig, wenn Erben unbekannt sind und/ oder zunächst nicht festgestellt werden kann, wer erbberechtigt ist. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn es kein Testament gibt oder die Familienverhältnisse unklar sind. Auch wenn Verwandte im Ausland leben, ist es sinnvoll, eine Erbenermittlung durchzuführen. Auf ihrer Basis können Verzögerungen und rechtliche Unsicherheiten bei der Abwicklung des Nachlasses vermieden werden.
Wie viel Zeit nimmt eine Erbenermittlung in Anspruch?
Wie lange eine Erbenermittlung dauert, ist immer von individuellen Gegebenheiten abhängig. So lassen sich manche Fälle innerhalb weniger Wochen klären, während andere deutlich länger dauern. Vor allem komplexe Familienstrukturen und fehlende Unterlagen können den Prozess verlangsamen. Manche Ermittlungen nehmen sogar mehrere Monate in Anspruch.
Ab wann lohnt sich eine Erbenermittlung überhaupt?
Es gibt keine feste Grenze, ab der eine Erbenermittlung lohnenswert ist. Hier entscheidet nicht der Wert des Nachlasses, sondern die Frage, ob Unklarheiten in Bezug auf die Erben bestehen. Dies hat zur Folge, dass auch bei kleineren Nachlässen eine Erbenermittlung nötig werden kann. Als „Grundregel“ gilt: Wenn mehr Vermögen und mehr Unsicherheiten vorhanden sind, gestaltet sich die Erbenermittlung in der Regel aufwendiger.
Wann ist es sinnvoll, sich an einen Erbenermittler als Fachmann zu wenden?
Eine Garantie dafür, dass Streitigkeiten im Rahmen der Nachlassregelung verhindert werden können, gibt es nicht. Dennoch ist es nicht übertrieben, zu behaupten, dass ein Erbvertrag verbindliche Regelungen für alle Beteiligten festlegt.
Erbenermittler kommen vor allem bei besonders schwierigen und langwierigen Fällen zum Einsatz. Dies kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn Erben über Generationen hinweg und in unterschiedlichen Ländern gesucht werden müssen.
Die Experten verfügen hierbei über spezielle Recherchemethoden und haben Zugriff auf einschlägige Datenbanken. So werden die Erfolgschancen positiv beeinflusst und in vielen Fällen wird verhindert, dass der Nachlass im Extremfall dem Staat zufällt.